So legen Influencer ihre Preise fest

by Nicholas Agardy | vor 22 Tagen

Gerade zu Beginn ihrer Karriere, ist es für Influencer eine Herausforderung ihre eigenen Preise zu bestimmen. Dabei gibt es keine fixen Richtlinien und Regelungen, dafür aber einiges zu beachten. Erfahre, welche Faktoren bei der Preiskalkulation zu berücksichtigen sind und welche Preismodelle häufig verwendet werden.

Diese Faktoren solltest du bei der Preiskalkulation berücksichtigen

Bei vielen Influencern setzt sich der Preis aus folgenden 4 Leistungen zusammen: 


-Kreativität und Aufwand nach Konzept

-Produktion des Contents

-Organische Reichweite & Interaktion

-Nutzungsrechte, Exklusivität


Kreativität und Aufwand nach Konzept

Influencer sind manchmal in gewisser Weise wie Freelancer, da sie viel Aufwand und Mühe in die Erstellung des Contents stecken. Angefangen vom Konzept bis hin zur Umsetzung können viele Arbeitsstunden hinter einem Konezpt stecken. Influencern ist es frei überlassen, welchen Stundenlohn sie für ihre Arbeit verrechnen, ähnlich wie bei Freiberuflern. Auch für die Strategie kann verrechnet werden, bedenke diese Leistung deshalb bei deiner nächsten Influencer Kampagne. 


Produktion des Contents/Talentgebühr 

Die Talentgebühr beinhaltet alle Kosten, die bei der Erstellung der Inhalte anfallen. Da die Content-Produktion den größten Teil der Zeit und Ressourcen des Influencers in Anspruch nimmt, erheben einige Influencer eine Talentgebühr. Diese Zahl enthält alle mit der Kampagne verbundenen Kosten und einen Stundensatz. Wenn ein Influencer zum Beispiel vier Stunden lang Bilder in Photoshop bearbeitet hat, kann er einen gewissen Stundensatz berechnen z.B.: 30€. Es ist das Gleiche, wenn ein Team für die Video- oder Fotoproduktion beauftragt wird. Jede Stunde und jede Ressource, die für die Content-Produktion investiert wird, sollte in Rechnung gestellt werden.  


Vielen Marketern ist es leider nicht bewusst, welch enormes Skillset hinter manchen Influencer Postings steckt. Zum einen sind es perfekt bearbeitete Fotos mit Photoshop, dann wiederum 5 Stunden Arbeitszeit die man in die Bearbeitung des Videos gesteckt hat. Wenn du schon einmal mit einem Blogger gearbeitet hast, weißt du wieviel Aufwand es sein kann einen Artikel sorgfältig zu recherchieren. All diese Faktoren können die Kosten eines Influencers über seine Reichweite, Zielgruppe und Follower-Basis hinaus erhöhen.



Interaktionrate

Die Interaktionsrate ist eine der wichtigsten Marketing-Kennzahlen, die Marken berechnen. Sie gibt an, wie schnell das Publikum auf den Content reagiert. Als Influencer ist deine Interaktionsrate einer der ausschlaggebenden Gründe, warum Marken dich einstellen wollen. Wenn du engagierte Anhänger besitzt, die jeden deiner Beiträge verfolgen, signalisiert das den Marken, dass du einen starken Einfluss auf dein Publikum hast. 


Einige Beispiele, die als Interaktionen bezeichnet werden, sind Kommentare, Likes und das Teilen deiner Inhalte. Um deine Interaktionsrate zu berechnen, benötigst du ein Analysetool bzw. musst du einen Blick auf deine Insights werfen, um deine durchschnittlichen Likes, Shares und Kommentare pro Beitrag zu sehen. Teile diese durch die Anzahl deiner Follower. Der Prozentsatz, den du daraus erhältst, ist deine Interaktionsrate. Ist diese hoch, bedeutet es, dass eine höhere Vergütung gerechtfertigt ist; beachte das in deiner Angebotsstellung.   

   

Soziale/Organische Reichweite und Impressions

Einfach ausgedrückt, ist die Reichweite die Anzahl der Social Media Nutzer, die deinen Inhalt gesehen haben. So ist beispielsweise deine potentielle Reichweite in Twitter, die Anzahl deiner Follower. Es ist die Anzahl der Personen, die du potentiell durch einen deiner Beiträge erreichen könntest. Um ihre Zielgruppe zu erreichen, greifen Marken häufig auf Influencer mit einer hohen Anzahl von Followern zurück.


Impressions sind die Anzahl der Male, in denen die Leute deine Inhalte gesehen haben. Beispiel: Ein Facebook-Post wurde von 25 Personen angesehen. Von diesen 25 Personen sahen 5 Personen den Beitrag wieder in ihrem Newsfeed. Die Social Media Reichweite beträgt nur 25, unabhängig davon, dass 5 Personen den Beitrag erneut gesehen haben. Die Impressions sind hingegen 30 (25+5). Markenunternehmen bezahlen mehr für Influencer mit einer hohen sozialen Reichweite und einer großen Anzahl von Impressions. Noch mehr kannst du verlangen, wenn du sie in anderen Social Media Plattformen wie Instagram, Pinterest, Youtube, etc. bewirbst. 


Zielgruppe

Entscheidend bei der Preisgestaltung ist auch die Zielgruppe. Nicht nur die Reichweite alleine ist ausschlaggebend, genaues Targeting bedeutet oft einen höheren Preis pro Post. 


Beispiel: 

Ein Lifestyle Influencer mit 60k Followern kann gleich viel kosten wie ein Mama Influencer mit 10K, da in den 10K eine viel genauere Zielgruppe gebündelt ist. Grundsatz, je genauer das Targeting desto teurer der TKP.


Das Ziel der Kampagne 

Jede Marke hat unterschiedliche Ziele für den Einsatz des Influencer-Marketings. Deshalb sind die Ambitionen die hinter einer Kampagne stecken, einer der wichtigsten Aspekte bei der Preisgestaltung. Zum Beispiel könnte die Marke ihren Website-Traffic steigern, Reichweite und Markenbekanntheit erhöhen, Videoaufrufe erhöhen oder mehr Konversionen erzielen wollen. Je nachdem, was sie erreichen wollen, würden sie dich bitten, ihre Marke in Social Media zu erwähnen, ihre Beiträge zu teilen, Blogs über sie zu schreiben, Videos für sie auf YouTube zu veröffentlichen und mehr. Natürlich, je mehr Inhalte du für sie erstellst, desto höher könnte deine Bezahlung ausfallen. Bedenke, dass bei längeren Partnerschaften der Preis für jeden einzelnen Inhalt etwas niedriger ist. 


Qualität des Contents

Die Qualität der Inhalte ist ein weiterer Preisfaktor. All deine Arbeit, wie zum Beispiel die Erstellung von Konzepten, Video- und Fotoshootings, Haare und Make-up, der Kauf von Requisiten für das Video, das Mieten von Veranstaltungsorten und jede weitere Unterstützung der Marke sollten kompensiert werden. Hochwertige Inhalte erfordern mehr Zeit und Aufwand und damit mehr Kosten.    


Deadline, Exklusivität und Nutzungsrechte 

Wie viel Zeit haben Influencer um  Inhalte zu veröffentlichen und wieviel Zeit wird investiert, um das Projekt abzuschließen? Will die Marke, dass exklusiv für sie gearbeitet wird? Darf gleichzeitig mit anderen Wettbewerbern zusammengearbeitet werden? Dürfen die Inhalte für den eigenen Gebrauch in Werbekampagnen, Social Media, etc. reproduziert werden? Generell gilt: Je mehr man von einem Influencer will (Zeit, Exklusivität, Nutzungsrechte), desto höher sind auch die Kosten. 


Das gängigste Preismodell


CPM (Cost per Mille)

Viele Influencer versprechen ihren Kunden nur Impressions und berechnen ihren Preis auf dieser Basis. Die Preisgestaltung per CPM/TKP (Cost per Mille oder Tausend-Kontakt-Preis) bedeutet, dass die Marke dich je tausend Impressionen bezahlt. 


Hier ist ein Beispiel: Eine Marke erwartet, dass ein Ziel von 20.000 Impressions für einen Beitrag erreicht wird, der 400€ kostet. In diesem Fall:


Erwartete Impressionen = Kosten für Post/CPM*1000 

20.000=400/CPM*1000 

CPM=(400*1000)/20.000


Daraus ergibt sich ein CPM von 20 €. Dies ist zum Beispiel der Betrag, den man als Influencer bekommt, wenn 1000 Impressions erreicht wurden. Wenn du diesem Preismodell begegnest, beachte, dass jeder Influencer seine Gebühren unterschiedlich hoch ansetzt und 20 € kein Maßstab sind. Abhängig von vielen anderen Faktoren, können sie auch niedriger oder höher sein. 



Fazit

Influencer sollten sich nicht unter ihrem Wert verkaufen. Während Marketer für andere Kampagnen Designer, Fotografen, Redakteure und Produzenten benötigen, werden in einer Influencer-Kampagne all diese Aufgaben vom Influencer abgedeckt. Gute Influencer sind viel mehr wert als nur ihre Reichweite. Sie sind für das Erstellen und Veröffentlichen von kreativen Inhalten verantwortlich und fungieren als eine Art Social Media Agentur.
Wichtig als Influencer: Erfinde also nicht nur ein paar Zahlen, sondern kenne deinen Wert. 


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